Wissenswertes

Um die Hospizidee richtig verstehen zu können, muß man sich ihre geschichtliche Entwicklung vor Augen führen. Die moderne Hospizbewegung des 20. Jhd. führt ihr Verständnis von Hospizarbeit zunächst auf die mittelalterlichen Hospize und Hospitäler zurück.


Mittelalter bis 2. Weltkrieg

Das lateinische Wort "hospitium" bedeutet: Gastfreundschaft, Bewirtung, gastliche Herberge. Seit den Anfängen des Christentums war die Tugend der Gastfreundlichkeit gegenüber Hilfsbedürftigen jedem Christen selbstverständlich. Vor allem zählten die meisten Orden dies zu ihren karitativen Aufgaben: z.B. Benediktiner, Franziskaner, Malteser- und Johanniterorden. Vor allem im Mittelalter zur Zeit der Kreuzzüge (12. Jhd.) schufen sie Herbergen, wo Pilger nicht nur Unterkunft und Verpflegung erhielten, sondern wo auch Kranke und Sterbende gepflegt wurden. In Deutschland hat z.B. die Hl. Elisabeth von Thüringen in Eisenach und Marburg Häuser eingerichtet, in denen Hungernde, Kranke und alte Menschen ein Zuhause fanden.

Die ersten Hospize der Neuzeit gründete in Dublin Mitte des 19. Jhd. die irische Nonne Mary Aikenhead von den "Irischen Schwestern der Barmherzigkeit", um Sterbende zu pflegen. Sie gab ihrem Haus den Namen "Hospiz" um deutlich zu machen, dass der Tod nicht die Endstation ist, sondern nur ein Durchgang. Daher war der mittelalterlich geprägte Begriff Hospiz sehr passend. In den USA wurden ähnliche Häuser von den Dominikanerinnen in New York speziell fur Krebskranke gegründet.

Nach dem 2. Weltkrieg

1967 gründete die Ärztin Cicely Saunders in London das "St. Christopher's Hospice". Sie verwirklichte damit ihre Vorstellungen von einem Ort, an dem sterbenskranke Menschen unter Berücksichtigung ihrer körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse bis zum Tode betreut werden konnten.

1969 veröffentlichte die Schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in den USA das Buch "On Death and Dying" ("Interviews mit Sterbenden") und rückte damit das Tabuthema Tod und Sterben ins Licht der Öffentlichkeit. Diese beiden Frauen brachten den Stein der modernen Hospizbewegung ins Rollen.

In Deutschland dauerte die Entwicklung etwas länger. Die erste Palliativstation wurde 1983 an der Uniklinik Köln eröffnet, die erste Hospizinitiative - der "Christophorus Hospiz Verein" - 1985 in München gegründet und das erste stationäre Hospiz war das "Haus Hörn" in Aachen.